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Schadenexperten der Mobiliar beim Rechnen nach einer Lawine bei Melchtal, Februar 1942.
Schadenexperten der Mobiliar beim Rechnen nach einer Lawine bei Melchtal, Februar 1942.

Schadenexperten der Mobiliar beim Rechnen nach einer Lawine bei Melchtal, Februar 1942. Bild: Historisches Unternehmensarchiv Mobiliar

Gesellschaft Partner Inhalt: die Mobiliar

200 Jahre engagiert: Gemeinsinn als Prinzip

Die erste Schweizer Privatversicherung für bewegliche Güter wird später zur Wegbereiterin der Elementarschadenversicherung. Seit der Gründung übernimmt die Mobiliar Verantwortung gegenüber Versicherten, Mitarbeitenden und Gesellschaft. Jetzt feiert sie ihr Jubiläum unter dem Motto «Besser zusammen».

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200 Jahre engagiert: Gemeinsinn als Prinzip

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Schwarzer Rauch steigt in den Himmel über Unterkulm, Kanton Aargau. Ein Feuer wütet in der Baumwollspinnerei. Der Brand – einer von unzähligen, die gerade im 19. Jahrhundert Orte, Fabriken und Höfe plagen – ist der grösste Schaden im ersten Versicherungsjahr der Mobiliar. Im Gründungsjahr 1826 sind schon kantonale Gebäudefeuerversicherungen tätig. Das Geschäft mit der Versicherung fürs Mobiliar wird jedoch von ausländischen Aktien­gesellschaften betrieben. Hohe Prämien, die sich wenige leisten können, und Kapitalabfluss ins Ausland – das ist vielen Zeitgenossen ein Dorn im Auge.

Gemeinnützigkeit in die Wiege gelegt

1825 entsteht in Murten eine erste genossenschaftliche Mobiliarversicherung. Für einen besseren Zugang zum Versicherungs­schutz, hätte die Landbevölkerung Prämien in Naturalien zahlen können. Policen werden jedoch nie abgeschlossen. Im Jahr darauf folgt dann der zweite Versuch: In Bern wird die «Schweizerische Gesellschaft zur gegenseitigen Versicherung des Mobiliars gegen Brandschaden» gegründet – die heutige Mobiliar.

Dass das Unternehmen zum Fliegen kommt, ist der Verdienst von Karl Anton von Lerber. Als Menschenfreund bekannt, war er einer der wenigen Patrizier, die sowohl in der alten Ordnung Berns als auch nach dem Umsturz 1831 in der neuen Republik hohe Ämter bekleideten. In den ersten Statuten der Mobiliar schreibt er: «Möge nun das Gedeihen der hier eröffneten schweizerischen Versicherungsgesellschaft beweisen, dass jeder Antrag, welchem Gemeinsinn zum Grunde liegt, eines glücklichen Erfolges in unserm Vaterlande sicher ist.» Lerber investiert eigenes Vermögen und stellt der jungen Genossenschaft als erstes Büro ein Zimmer seines Wohnhauses in der Berner Altstadt zur Verfügung.

Bis zu seinem Tod 1837 ist er ihr ehrenamtlicher Präsident. Von seinen vielen Projekten haben einige überdauert: Neben der Mobiliar gründete er auch die Berner Kantonalbank mit und förderte den Bau der Berner Nydeggbrücke.

Schwere Krise: Der Brand von Glarus

Grosse Schadenfälle, fehlende statistische Grundlagen, mangelnde Erfahrung und politische Unruhen machen der Mobiliar in den ersten Jahrzehnten das Leben schwer. Hart trifft sie 1861 der Brand von Glarus. Von den 129 versicherten Personen haben 116 eine Police bei der Mobiliar. Mit Darlehen und Krediten rettet sie sich über die Runden. Danach entsteht nationale Konkurrenz. Die neuen Versicherungen sind besser organisiert und haben zwar höhere, aber fixe Prämien. Bei der Mobiliar hingegen ist die Prämie tiefer, aber Versicherte müssen in Jahren mit hohem Schadenaufwand nachzahlen.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts verbessert die Mobiliar ihre Organisation und verstärkt das grosse Netz selbstständiger Agenturen, das sie bis heute pflegt. Mit der Einbruchsdiebstahlversicherung macht die Mobiliar 1916 den ersten Schritt weg vom reinen Feuerversicherer. Ab 1920 sind auch bei ihr die Prämien fix. In ihrer 200-jährigen Geschichte durchlebt die Mobiliar nebst vielen guten auch weitere turbulente Phasen, so während der Weltkriege, als grosse Teile des Personals mobilisiert werden. Im Ersten Weltkrieg erleidet sie hohe Verluste, weil die Prämien nicht rechtzeitig der Inflation angepasst werden können. Im Zweiten Weltkrieg springen auch Frauen in die Bresche.

«Wo Gemeinsinn zugrunde liegt, soll Erfolg im Vaterland sicher sein.»

Karl Anton von Lerber

Gründer der Mobiliar

In der Deregulierungsphase der 1990er Jahre geht der Trend bei den Versicherungen von der Genossenschaft zur Aktiengesellschaft – nicht so bei der Mobiliar. Kurz nach der Jahrtausendwende schreibt sie rote Zahlen, es folgt eine schmerzhafte Reorganisation. «Die Mobiliar hat es immer wieder verstanden, sich an Veränderungen anzupassen und neue Chancen zu ergreifen», sagt Michèle Rodoni, CEO der Mobiliar. Mit Erfolg, wächst doch das Unternehmen seit vielen Jahren über dem Markt.

Elementarschäden galten als unversicherbar, bis die Mobiliar in den 1930erJahren voranging. Hochwasser in Schötz (LU) im Jahr 1938; Bild aus dem Schadendossier, historisches Unternehmensarchiv Mobiliar

Versicherte nach Naturereignissen nicht im Stich lassen

Den Gemeinsinn trägt die Mobiliar stolz in den Genen. Zum 100-Jahr-Jubiläum 1926 beteiligt sie ihre Versicherten zum ersten Mal mit Prämienvergünstigungen am Erfolg. Später wird diese Praxis in den Statuten verankert, ab den 1940er Jahren finden regelmässig Gewinnbeteiligungen statt.

Ausserdem äufnet die Mobiliar einen Elementarschadenfonds für Geschädigte nach Naturkatastrophen. Solche Schäden gelten als unversicherbar. Zu hoch sind die Risiken für einen einzelnen Versicherer, wenn Naturgewalten wie Stürme oder Überschwemmungen verheerende Schäden anrichten. Geschädigte sind auf Spenden und andere Zuwendungen angewiesen. Trotzdem beschliesst die Mobiliar 1933, freiwillig Elementarschäden in die Feuerversicherung einzuschliessen. Andere private Feuerversicherungen folgen ihrem Beispiel.

1935 entsteht der bis heute weltweit einzigartige Elementarschadenpool, über den sich öffentliche und private Versicherer das Risiko grosser Schadenereignisse teilen. So bleiben Prämien bezahlbar und Elementarschäden können auch in gefährdeten Gebieten versichert werden.

Jahrhunderthochwasser: Prävention rückt ins Zentrum

Schäden zu übernehmen, ist natürlich erster Sinn und Zweck einer Versicherung. Aber auch beim Verhindern von Schäden helfen öffentliche und private Versicherungen schon lange mit, beispielsweise im 19. Jahrhundert mit der Förderung städtischer Leitungssysteme als Löschwasserreserven oder im 21. Jahrhundert über das Verknüpfen der Prämienhöhe mit sicherem Fahren.

Die Mobiliar geht noch einen Schritt weiter: Nach dem Jahrhunderthochwasser, das im August 2005 Millionenschäden verursacht, beginnt sie, Präventionsprojekte zum Schutz vor Naturgefahren zu unterstützen. Seither hat sich die Mobiliar an über 180 Projekten in der ganzen Schweiz beteiligt und dafür rund 50 Millionen Franken gesprochen.

Daneben finanziert die Versicherung diverse Forschungsengagements, wie seit 2013 das Mobiliar Lab für Naturgefahren an der Universität Bern. Die Versicherung unterstützt zudem Schwammstadtmassnahmen.

Auch ein Plus für die Marke

All diese Initiativen helfen, künftige Schäden zu verhindern und gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels resilienter zu werden. Gemeinnützige Engagements werden von der Öffentlichkeit geschätzt – und erwartet. Gemäss der letzten Impact-Brands-Studie bevorzugen fast 90 Prozent der Bevölkerung Marken, die zur Lösung globaler Probleme beitragen. Auch darum engagiert sich die Mobiliar so intensiv für die Gesellschaft in der Schweiz. Das 200-jährige Prinzip dahinter spiegelt sich in ihrem Jubiläumsmotto: «Besser zusammen».

Mehr über die Geschichte der Mobiliar auf mobiliar.ch/zeitreise


Mobiliar-CEO Michèle Rodoni und Leiter des Jubiläumsprojekts Michel Gicot an der Ausstellungsvernissage am 3. März 2026. Bild: Oliver Kümmerli

«Zusammen. Ensemble. Insieme.» die Zukunft gestalten

In einer Ausstellung an den Hauptsitzen der Mobiliar in Bern und Nyon setzen sich Besuchende aktiv mit Zukunftsszenarien auseinander.

Die Ausstellung unter dem Titel «Zusammen. Ensemble. Insieme. In die nächsten 200 Jahre» ist keine traditionelle Jubiläumsausstellung. Sechs übergeordnete Themen wie «Zusammenleben und Werte» oder «Umwelt und Klima» ziehen sich entlang eines 400 Jahre umfassenden Zeitstrahls mit Risiken und Lösungen, von 1826, der Gründung der Mobiliar, bis 2226 in eine spekulative Zukunft.

«Wer Wirtschaft und Gesellschaft nachhaltig gestalten will, muss auch unerwartete Szenarien berücksichtigen», erklärt Stephan Sigrist, Leiter des Think Tank Wire. Seine in der Ausstellung präsentierten Zukunftsvisionen überraschen und faszinieren, je weiter der Blick in die Zukunft geht. Der Zürcher Illustrator Silvan Borer lieferte die KI-generierten Bilder dazu, von mit Technik verschmolzenen Schwingerinnen über Bananenplantagen im Lavaux bis zur Schweizer Mondkolonie.

Eine personalisierte künstliche Intelligenz begleitet die Besuchenden allein oder in Gruppen bis zu fünf Personen durch die Ausstellung und hilft dabei, Fähigkeiten zur Gestaltung einer positiven Zukunft zu entwickeln.

Die Ausstellung dauert bis am 26. März 2027. Sie ist an der Bundesgasse 35 in Bern von Montag bis Freitag, 8 bis 17 Uhr zu sehen und in Nyon am Chemin de la Redoute 54 von Montag bis Freitag, 8 bis 16 Uhr.


Deklaration: Dieser Inhalt wurde vom Sustainable Switzerland Editorial Team im Auftrag von der Mobiliar erstellt.

Dieser Artikel behandelt folgende SDGs

Die Sustainable Development Goals (SDGs) sind 17 globale Ziele für nachhaltige Entwicklung, vereinbart von den UN-Mitgliedsstaaten in der Agenda 2030. Sie decken Themen wie Armutsbekämpfung, Ernährungssicherheit, Gesundheit, Bildung, Geschlechtergleichheit, sauberes Wasser, erneuerbare Energie, nachhaltiges Wirtschaftswachstum, Infrastruktur, Klimaschutz und den Schutz der Ozeane und der Biodiversität ab.

9 - Industrie, Innovation und Infrastruktur

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