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«Nachhaltiges Einkaufen muss nicht teuer sein»

Offensichtlich lohnt es sich, an der richtigen Stelle zu sparen und grossen Wert auf Qualität zu legen. 2021 konnten die Umsätze mit Bioprodukten um 20 Prozent gesteigert werden, in den letzten fünf Jahren haben sich diese insgesamt verdreifacht. Foto: Lidl

Produktion & Konsum Partner Inhalt: Lidl Schweiz

«Nachhaltiges Einkaufen muss nicht teuer sein»

2009 eröffnete Lidl Schweiz seine erste Filiale hierzulande. Inzwischen hat sich der Discounter als beliebte Einkaufsadresse etabliert. Das Erfolgsrezept: frische lokale Produkte und eine zukunftsorientierte Vision.

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Kürzlich erledigte ich noch schnell einen Einkauf vor dem verlängerten Wochenende. Ich packte meine Tasche, steckte 20 Franken ein und huschte zum Lidl in meiner Nähe. Natürlich – ich überbordete. Bioprodukte, Gemüse und Früchte aus der Schweiz, proteinhaltiger Fleischersatz. Zufrieden ass ich währenddes- sen einen Quark-Börek. Als ich an der Kasse stand, entschuldigte ich mich, weil das Geld vermutlich nicht für den ganzen Einkauf ausreiche. Der Verkäufer lächelte mich an, als er fertig tippte: 13.75 Franken.

Einfachheit und Effizienz stehen an oberster Stelle

Qualität hat ihren Preis. Wie können also hochwertige Produkte so günstig angeboten werden? Corina Milz, Head of CSR & Sustainability bei Lidl Schweiz, erklärt: «Unsere Vision lautet: einfach nachhaltig einkaufen für alle. Dabei muss nachhaltiges Einkaufen nicht teuer sein oder gar eine Luxusnische. Im Gegenteil.» Dass die Produkte zu günstigen Preisen angeboten werden könnten, liege vor allem an der Firmenstruktur und der internen Philosophie. Einfachheit und Effizienz stehen dabei an oberster Stelle, wie man dem schlanken Sortiment ansehen kann. Das Angebot ist auf 2000 Produkte des täglichen Bedarfs fokussiert, 80 davon sind vegane oder vegetarische Alternativprodukte. Bei den Produkten der Veggie-Eigenmarke Vemondo werden zusätzlich alle CO2-Emissionen ausgeglichen.

Ein schöner Nebeneffekt des überschaubaren Angebots: Es fällt weniger Food-Waste an. «Ausserdem übernehmen wir oft dasselbe Filialdesign, damit wir Zeit und Kosten bei Umbauten sparen. Und durch unser internationales Einkaufsnetzwerk haben wir die Möglichkeit, vergünstigt in grossen Mengen einzukaufen», führt Milz aus.

Offensichtlich lohnt es sich, an der richtigen Stelle zu sparen und grossen Wert auf Qualität zu legen. 2021 konnten die Umsätze mit Bioprodukten um 20 Prozent gesteigert werden, in den letzten fünf Jahren haben sich diese insgesamt verdreifacht. Das Interesse der Kundinnen und Kunden bestärkt Lidl Schweiz, das Bioangebot weiter auszubauen. Ein Beispiel, welches die Kombination von Einfachheit und Effizienz veranschaulicht: Bei den Bio-Eiern stellte das Unternehmen auf das «Bruderhahn»-Prinzip um, welches «Kükentöten» verhindert: Pro Legehenne wird jeweils ein Hahn nach Bio-Knospe-Richtlinien grossgezogen und landet später als Brathähnchen im Angebot. Geschickt konnte so der Kreislauf zwischen der Eier- und der Fleischproduktion geschlossen werden.

Beraten, unterstützen, mit anpacken

«Nachhaltigkeit ist für uns eine Grundhaltung. Wir sind überzeugt, dass das mit unserem Firmenmodell des Smart Discount Hand in Hand geht», so Milz. Die Strategie ziele schwerpunktmässig darauf ab, den öffentlichen Dialog zu führen, die Gesundheit zu fördern, fair zu handeln, das Klima zu schützen, Ressourcen zu schonen und auf Biodiversität zu achten.

Was das genau heisst? Anhand des letzten Punktes, Biodiversität, macht Lidl Schweiz ein Beispiel. Hier initiierten sie ein eigenes Förderprojekt, finanzieren die Forschung von Agroscope mit und motivieren ihre Mitarbeitenden zu Volunteering-Einsätzen. Unter anderem unterstützen sie Schweizer Früchte- und Gemüseproduzenten mit betriebsindividuellen Beratungen. Dabei werden gemeinsam mit Expertinnen und Experten Massnahmen zum Schutz und zur Förderung von Biodiversität auf den Betrieben geplant. Das passt gut zur Zusammenarbeit mit Agroscope, dem Kompetenzzentrum des Bundes für landwirtschaftliche Forschung. Das Ziel hier: Lösungen zu entwickeln, um den Einsatz von Pestiziden zu minimieren. Erste Ergebnisse zeigen, dass dabei insbesondere die Züchtung von Nützlingen erfolgreich ist. Gemeint sind damit Insekten, die Blattläuse fressen, welche Viren übertragen. Die Ergebnisse der ersten beiden Jahre waren so vielversprechend, dass jetzt weitergeforscht wird.

«Branchenzusammenschlüsse sind zentral, denn sie können Themen angehen, die einzelne Unternehmen nicht allein lösen können.»

Und was genau ist unter Volunteering zu verstehen? «Lidl Schweiz bietet seinen Mitarbeitenden jedes Jahr die Möglichkeit, an verschiedenen Freiwilligeneinsätzen wie zum Beispiel einem WWF- Natureinsatz zur Förderung der Artenvielfalt teilzunehmen», erklärt Milz. Dabei haben sie beispielsweise geholfen, Nistplätze für Kleinsäuger und Reptilien zu bauen oder etwa die Verbuschung von artenreichen Magerwiesen zu stoppen.» Das Fazit von Torsten Friedrich, CEO von Lidl Schweiz: «Jedes Jahr freue ich mich aufs Neue darauf, mitanzupacken und auch körperlich zu spüren, was es heisst, sich für die Biodiversität in der Schweiz einzusetzen.»

Umweltfreundlichkeit ist aber nicht nur voll Trend und gut fürs Teambuilding, sondern essenziell, wenn die Lebensmittelbranche Bestand haben will. Experten warnen: Halten wir die Emissionsziele von maximal 1,5 Grad Erwärmung nicht ein, drohen verheerende Folgen. Dürren, Überschwemmungen, zusammenbrechende Lieferketten – sind wir bis 2050 nicht auf Netto-Null, ist die Zukunft der landwirtschaftlichen Produktion ungewiss. «Der Handel mit Lebensmitteln baut auf eine intakte Umwelt. Denn nur sie sichert langfristig die Qualität und Verfügbarkeit unserer Produkte. Sie ist damit die Basis, unser Qualitätsversprechen gegenüber unseren Kundinnen und Kunden zu erfüllen – heute und in Zukunft», ist sich Milz bewusst. Und ergänzt: «Zugleich wissen wir: Unsere Handelswaren hinterlassen Spuren auf unserem Planeten – vom Abbau der Rohstoffe über ihre Weiterverarbeitung zu Produkten bis hin zum Transport, zum Verbrauch sowie zur Entsorgung der Waren.» Der schneller als prognostiziert voranschreitende Klimawandel und der dramatische Verlust der biologischen Vielfalt bereite ihr Sorgen. Nicht nur, weil die Landwirtschaft und die Ernährung massgeblich Einfluss auf das Klima nähmen. Sondern auch, weil das Sortiment durch die Konsequenzen davon beeinträchtig sein könnte. Der Schritt in eine lebenswerte Zukunft beginne mit Eigenverantwortung, unterstreicht Milz, und diese fange intern an.

Ausgezeichnet für Lohnfairness und Gleichstellung

Was nur Wenige wissen: Geht es um Chancengleichheit, mischt Lidl Schweiz ganz vorne mit. 2022 zertifizierte sich das Unternehmen bereits zum dritten Mal in Folge für den «Good Practice in Fair Compensation», einem Label der Schweizerischen Vereinigung für Qualitäts- und Management-Systeme (SQS). Denn: Nachhaltigkeit umfasst auch soziale Faktoren wie Gleichstellung und Geschlechterförderung. «Über 50 Prozent der Filialen werden von Frauen geleitet, die Führungsteams der Filialen bestehen sogar zu 67 Prozent aus Frauen. Und Eltern erhalten jeweils zwei Wochen mehr Mutter- respektive Vaterschaftsurlaub. Die Möglichkeit, Teilzeit zu arbeiten, kommt ihnen dabei oft entgegen – zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf», führt Milz aus. Ausserdem verzichtet Lidl Schweiz auf den Koordinationsabzug bei den Pensionskassen, was besonders die Teilzeitarbeitenden freut. Punkto Lohnfairness erklärt Stefan An- dexer, Chief Human Resources Officer bei Lidl Schweiz: «Für uns gibt es keinen Grund, weshalb gleiche Arbeit nicht gleich entlohnt werden soll. Wir sehen uns mit dieser Auszeichnung in unserem Engagement bestätigt und möchten damit auch über die Branche hinaus ein Zeichen für die Gleichstellung der Geschlechter setzen.»

Bei allem Fortschritt: Am Ziel, keine umweltschädlichen Emissionen zu ver- ursachen, sind wir noch lange nicht. Hierfür braucht es das Engagement von allen. «Branchenzusammenschlüsse sind zentral, denn sie können Themen angehen, die einzelne Unternehmen nicht allein lösen können. Ein Beispiel hierfür ist die Branchenvereinbarung zur Halbierung von Food-Waste», sagt Milz. Dabei hebt sie auch die Wichtigkeit von messbaren Klimazielen, an denen alle sich orientieren können, hervor. Was ihr Hoffnung bereitet: «Nachhaltigkeit ist mittlerweile beim Topmanagement an- gekommen. Bei vielen Unternehmen steht es ganz oben auf der Agenda.» Das freut nicht nur die Kundinnen und Kunden, sondern auch die Umwelt.

Deklaration: Dieser Inhalt wurde vom Sustainable Switzerland Editorial Team im Auftrag von Lidl erstellt.

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