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Die Züri-Frites im Zoo Zürich bestehen aus regionalen Kartoffeln aus dem Kanton Zürich.
Die Züri-Frites im Zoo Zürich bestehen aus regionalen Kartoffeln aus dem Kanton Zürich.

Die Züri-Frites im Zoo Zürich bestehen aus regionalen Kartoffeln aus dem Kanton Zürich. Bild: Zoo Zürich

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Naturschutz beginnt auf dem eigenen Teller

Der Zoo Zürich zeigt, wie Gastronomie nachhaltiger werden kann: Mit regionalen Produkten und mehr pflanzlichen Angeboten werden Ressourcen geschont und die Biodiversität geschützt.

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Naturschutz beginnt auf dem eigenen Teller

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Anfang April sorgte die Vorstellung einer neuen Bratwurst im Zoo Zürich für reichlich Aufsehen. Im Sinne der Nachhaltigkeit nahm der Zoo die klassische Bratwurst aus dem Sortiment und bietet neu eine Variante mit drei Vierteln Fleisch und einem Viertel Erbsenprotein an. Für den Zoo Zürich ist dies keine Provokation, sondern ein logischer Schritt als Naturschutzorganisation und Ausdruck eines grundlegenden Verständnisses von Nachhaltigkeit. Denn Naturschutz endet nicht bei bedrohten Tierarten oder internationalen Schutzprojekten – er beginnt auch bei alltäglichen Entscheidungen wie der Frage, was auf unseren Tellern landet. Eine Kernbotschaft des Zoos lautet daher: Naturschutz beginnt mit deinem Menuplan.

Unsere Ernährung beeinflusst unmittelbar, wie stark natürliche Ressourcen beansprucht werden. Was wir essen und in welchen Mengen, entscheidet mit darüber, wie viel Land, Wasser und Energie benötigt werden – und wie stark natürliche Lebensräume unter Druck geraten. Besonders die Produktion tierischer Lebensmittel hat oft grosse Auswirkungen auf Umwelt und Biodiversität.

Heute wird rund die Hälfte der bewohnbaren Erdoberfläche landwirtschaftlich genutzt. Mehr als 75 Prozent dieser Fläche (rund 38 Mio. km2, das entspricht etwa dem gesamten Kontinent Amerika) entfallen dabei auf die Nutztierhaltung – entweder direkt als Weideland oder indirekt zur Futtermittelproduktion. Wälder, Savannen und andere artenreiche Ökosysteme werden dafür vielerorts zerstört oder stark verändert. Für eine vielfältige und artenreiche Natur ist auf Weide- und Anbauflächen häufig kein Platz mehr. Natürlich braucht es auch für die Produktion pflanzlicher Nahrung Fläche, allerdings deutlich weniger. Die Wissenschaft geht davon aus, dass die Umstellung auf eine rein pflanzliche Ernährung die weltweite Landnutzung um 75 Prozent verringern könnte. Das ist ein Extrembeispiel, aber es zeigt eindrücklich, welchen Einfluss unser Konsum von tierischen Produkten heute hat. Bemühungen, diesen Konsum zu reduzieren und nachhaltiger zu gestalten, sind somit eine sinnvolle Möglichkeit, Natur- und Artenschutz wirkungsvoll zu unterstützen.

Eine Bratwurst mit Konzept

Der Zoo Zürich versteht sich als Naturschutzorganisation. Naturschutz, Artenschutz, Forschung und Bildung gehören zu seinen vier Hauptaufgaben. All sein Handeln und Wirken, alle Aktionen und Events, alle Organisationseinheiten orientieren sich an diesem Selbstverständnis – somit auch die Gastronomie des Zoos. Sie ist ein zentraler Hebel für mehr Nachhaltigkeit – und das gleich auf mehreren Ebenen.

Fast alle Zoogäste kommen während ihres Besuchs mit der Gastronomie in Kontakt. Damit bietet sich die Chance, nachhaltigen Konsum einfach und alltagstauglich erlebbar zu machen. Die Hälfte der angebotenen Gerichte ist daher vegetarisch oder vegan. Ziel ist nicht der Verzicht, sondern eine attraktive Auswahl, die es Gästen erleichtert, öfter pflanzliche Alternativen auszuprobieren.

Die neu ins Sortiment aufgenommene Bratwurst mit einem Erbsenprotein-Anteil von 22 Prozent sowie die weiteren angebotenen Fleischprodukte mit Erbsenprotein sind eine konsequente Erweiterung dieser Philosophie. So verbindet die neue Wurst den vertrauten Geschmack einer klassischen Bratwurst mit einer ressourcenschonenderen Rezeptur und verursacht gleichzeitig rund 20 Prozent weniger Treibhausgasemissionen pro Wurst.

Eine neue Bratwurst mit Erbsenprotein sorgte im Zoo Zürich kürzlich für Diskussionen. Bild: Zoo Zürich

Für mehr Nachhaltigkeit setzt die Zoo-Gastronomie zudem bei den verwendeten Rohprodukten wie Gemüse, Früchten, Fisch und Fleisch, Eiern sowie Milchprodukten auf Regionalität oder mindestens Schweizer Ware. Ein gutes Beispiel sind die Züri-Frites. Die Kartoffeln für diese werden im Kanton Zürich angebaut. Frittiert werden sie in reinem Schweizer Rapsöl, nicht in Palmöl. Die Palmöl-Produktion übt starken Druck auf die Artenvielfalt in den Anbauländern aus und ist ein grosser Treiber für den Verlust von wertvollen Lebensräumen – beispielsweise für Orang-Utans. Auch alle Glace-Sorten im Zoo sind daher palmölfrei. Der Zoo verzichtet zudem vollständig auf Flugware. Ebenso werden kein Meeresfisch, keine Schalentiere und keine Meeresfrüchte angeboten.

Nachhaltigkeit ohne erhobenen Zeigefinger

Nachhaltigkeit endet jedoch nicht bei den Zutaten. Auch beim Thema Food Waste setzt der Zoo Zürich auf konkrete Massnahmen. Lebensmittelreste werden analysiert, um die Produktion laufend zu optimieren. Was dennoch übrig bleibt, wird in der Biogasanlage verwertet. Dasselbe gilt für das Geschirr und Verpackungsmaterial der Take-away-Stände: Dieses ist pflanzenbasiert, biologisch abbaubar und Teil eines eigens entwickelten Recycling-Systems im Zoo.

Nachhaltiger Konsum entsteht selten durch Verbote. Oft beginnt er dort, wo nachhaltige Entscheidungen einfach werden und fast unbemerkt geschehen. Im hektischen Alltag muss es oft schnell gehen. Zeit, sich intensiv mit den eigenen Essgewohnheiten auseinanderzusetzen, fehlt. Moderne Gastronomie setzt hier an: Sie kann Genuss, Alltag und Naturschutz miteinander verbinden – ohne erhobenen Zeigefinger. Der Schutz der Natur und ihrer Artenvielfalt entscheidet sich nicht nur in Regenwäldern oder Schutzgebieten. Naturschutz beginnt auch mit dem eigenen Menuplan.

Deklaration: Dieser Inhalt wurde vom Zoo Zürich im Rahmen der Partnerschaft mit Sustainable Switzerland selbst erstellt.

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