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Oliver Brunschwiler in dunklem Oberteil vor einem grauen Hintergrund im Porträt
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Zwischen Praxis und Governance: Oliver Brunschwiler investiert in Talente für regenerative Innovation. Bild: pd

Sustainable Shapers Leadership & Transformation

Oliver Brunschwiler: Der Brückenbauer der Kreislaufwirtschaft

Er führt Organisationen vom guten Vorsatz zur messbaren Wirkung: Oliver Brunschwiler vereint Kreislaufprinzipien, lernfähige Strukturen und Verantwortungskultur – mit Fokus auf Menschen und Ergebnisse.

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Oliver Brunschwiler: Der Brückenbauer der Kreislaufwirtschaft

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Mit Weitblick und pragmatischer Ader treibt Oliver Brunschwiler den Wandel zu einer nachhaltigeren Wirtschaft voran. Er versteht Nachhaltigkeit als Verantwortung und als Geschäftslogik.

Der 54-Jährige aus Kilchberg kam nicht über den klassischen Pfad zum Management, sondern von der Piste. Mehrere Jahre als Profi-Snowboarder schärften sein Gespür für Balance und Risiko – Tugenden, die er später in die Unternehmensführung übertrug. Noch während der aktiven Zeit gründete er ein eigenes Snowboard-Bekleidungslabel: «Ich war einer der Typen, die ihre Produkte selbst entwarfen – Unternehmertum hat mich von der Piste weggeführt», sagt er rückblickend. Nach dem Ende der Sportkarriere folgten Stationen als Unternehmer, vielfach ausgezeichneter Kreativer und als Investor.

«Gerade jetzt braucht es Langfristigkeit und Vertrauen in der Führung.»

Oliver Brunschwiler

Ab 2014 prägte Brunschwiler den Zürcher Taschenpionier FREITAG in verschiedenen Rollen, zuletzt als «Lead Link», dem Pendant zur CEO-Funktion in der holakratischen Unternehmensstruktur. Durch die Corona-Pandemie führte er das Unternehmen mit ruhiger Hand: «Ich bin stolz darauf, den Recycling-Pionier während der Pandemie durch unsichere Gewässer geführt und dabei Menschen gestärkt zu haben», sagt er. Anfang 2022 übergab er die operative Verantwortung an ein Führungskollektiv und wurde Teil des Verwaltungsrats.

Aktuell wirkt er als Multi-Verwaltungsrat, Co-CEO von EBP Ventures, Innovationspartner und Dozent. Er setzt auf eine «Hierarchie der Kompetenzen» statt klassischer Machtpyramiden und investiert Zeit in Talente, «die den Mut haben, regenerative und impact-orientierte Lösungen zu entwickeln und zu skalieren.» Sein Führungsstil lässt sich mit seinem Grundsatz «Enkelfähigkeit» beschreiben: «Auch in Zeiten des Höhenflugs sollte man innehalten und sich bewusst machen, wofür man langfristig in Erinnerung bleiben möchte.»

Für seine Arbeit wurde Oliver Brunschwiler (links) als «Sustainable Shaper 2025» in der Kategorie Leadership & Transformation geehrt. Bild: NZZ

Transformation sieht Brunschwiler als Systemaufgabe: Zirkuläre Designs, faire Produktion, langlebige Nutzung, Reparatur, Wiederverkauf und smarte Logistik greifen ineinander – gestützt auf Nähe zur Community und Lernkultur. Die aktuelle «ESG-Baisse» sei nur ein Tal, das es zu durchschreiten gelte: «Gerade jetzt braucht es Langfristigkeit und Vertrauen in der Führung, denn echte Transformation entsteht in Zeiten der Bewährung, nicht im Schönwetter.»

Im September wurde Brunschwiler als «Sustainable Shaper 2025» in der Kategorie Leadership & Transformation geehrt – eine Auszeichnung für Persönlichkeiten, die den nachhaltigen Wandel in der Schweiz sichtbar vorantreiben und dafür gezielt Ressourcen mobilisieren.

Für die kommenden Jahre will er auf Innovationen setzen, die systemischen Wandel ermöglichen: «Mein Ziel ist es, Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen lösungsorientierte Ansätze nicht nur entstehen, sondern wachsen und wirtschaftlich tragfähig werden.» In einer Zeit, in der Nachhaltigkeit ökonomisch wie moralisch an Gewicht gewinnt, bietet sein Weg Orientierung – für Führungskräfte, Unternehmen sowie Investorinnen und Investoren.

Dieser Artikel behandelt folgende SDGs

Die Sustainable Development Goals (SDGs) sind 17 globale Ziele für nachhaltige Entwicklung, vereinbart von den UN-Mitgliedsstaaten in der Agenda 2030. Sie decken Themen wie Armutsbekämpfung, Ernährungssicherheit, Gesundheit, Bildung, Geschlechtergleichheit, sauberes Wasser, erneuerbare Energie, nachhaltiges Wirtschaftswachstum, Infrastruktur, Klimaschutz und den Schutz der Ozeane und der Biodiversität ab.

8 - Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum
9 - Industrie, Innovation und Infrastruktur
12 - Verantwortungvoller Konsum und Produktion

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