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Porträtbild von Philipp Furler
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Philipp Furler arbeitet mit Beharrlichkeit daran, Solarwärme industriell nutzbar zu machen – überzeugt, dass die Energiewende nur mit globalem Massstab gelingen kann. Bild: pd

Sustainable Shapers Vision & Innovation

Sonnenklare Energiewende: Philipp Furlers Weg von der ETH zum eigenen Cleantech-Unternehmen

Der ETH-Ingenieur skaliert mit seinem Unternehmen Synhelion die Herstellung flüssiger Treibstoffe aus Solarwärme. Mit Industriekooperationen legt Furler die Grundlagen, um Solartreibstoffe in relevanten Mengen bereitzustellen.

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Sonnenklare Energiewende: Philipp Furlers Weg von der ETH zum eigenen Cleantech-Unternehmen

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Dank seinem Unternehmen fährt ein über 100-jähriges Dampfschiff nahezu CO₂-neutral über den Vierwaldstättersee. Philipp Furler, Mitgründer und Co-CEO des ETH-Spin-offs Synhelion, steht für einen revolutionären Ansatz in der Forschung zu synthetischen Antriebsstoffen, möglich macht es die grösste uns bekannte Energiequelle: die Sonne.

Furler promovierte 2014 in Maschinenbau und solarthermischer Chemie. Statt Sonnenlicht in Strom umzuwandeln, interessierte er sich schon damals für ein anderes Feld: die Hochtemperaturwärme. In Reaktoren, die weit über 1’000 Grad erreichen, werden CO₂ und H₂O zu synthetischem Gas – dem Ausgangsstoff für Kerosin, Diesel und Benzin. 2019, gleich nachdem ein Team der ETH mit Synhelion die komplette Prozesskette erstmals erfolgreich im Freien erprobte, begann Furler mit der Skalierung der Technologie. Gestalt angenommen hat sie zwischen der niederländischen Grenze und Köln im deutschen Jülich. DAWN erzeugt als weltweit erste Solartreibstoffanlage mit konzentrierter Solarwärme synthetische Treibstoffe – ein Meilenstein: «Mich erfüllt es mit grossem Stolz, dass wir es geschafft haben, eine Idee aus dem Labor an der ETH Zürich herauszuführen und daraus ein wachsendes Cleantech-Unternehmen mit bald 70 Mitarbeitenden aufzubauen», sagt Furler. «Unser Team hat Grossartiges geleistet.»

«Unser Ziel ist die weltweite Skalierung – nur so können wir einen signifikanten Beitrag zur Defossilierung des globalen Verkehrssektors leisten.»

Philipp Furler

Zur Entwicklung eines Produkts, das es bisher nicht gab, und zur Erschliessung eines Marktes, der erst noch entsteht, gehören Produkttests mit Symbolcharakter. Etwas, das in den Köpfen zukünftiger Passagiere hängen bleibt. Die symbolische Betankung eines Dampfschiffs auf dem Vierwaldstättersee bildet dabei höchstens den Vorgeschmack. Ab 2027 soll die Gallia, der schnellste Raddampfer auf europäischen Binnenseen, vollständig mit Solardiesel betrieben werden. Nicht nur im Wasser, auch in der Luft nimmt Furlers Solartreibstoff Fahrt auf: 2025 integrierte die SWISS als weltweit erste Airline «solar jet fuel» von Synhelion in den Linienbetrieb. Es sind erste Schritte auf einem sehr langen Weg: «Unser klares Ziel ist es, unsere Technologie weltweit zu skalieren. Nur so können wir einen signifikanten Beitrag zur Defossilierung des globalen Verkehrssektors leisten. Wir wollen unsere nachhaltigen Treibstoffe in grossem Massstab produzieren und auf den Markt bringen, sodass sie fossile Treibstoffe Schritt für Schritt ersetzen.» Ambitioniert sei es, das räumt er ein – «aber wir arbeiten mit viel Energie und Leidenschaft daran, weil wir überzeugt sind, dass es sich lohnt.»

2025 integrierte SWISS als weltweit erste Airline Solar-Jetfuel von Synhelion in den Linienbetrieb. Bild: pd

Furler ist froh, dass die Partner von Synhelion seine Vision teilen. Dabei beschränken sich die Einsatzmöglichkeiten der Technologie von Synhelion nicht nur auf Solardiesel. Gemeinsam mit CEMEX zeigte Synhelion, dass sich der energieintensive Clinker-Schritt im Zementwerk mit Solarwärme betreiben lässt – neben Transport und Luftfahrt profitiert damit auch die Schwerindustrie von Synhelion. Dass Furlers Innovation sowohl 800 km/h schnelle Linienflugzeuge als auch unbewegliche Betonbauten nachhaltig transformieren kann, zeigt letzten Endes, dass Solarwärme kein Nischenprojekt ist, sondern ein Systemhebel.

Dieser Artikel behandelt folgende SDGs

Die Sustainable Development Goals (SDGs) sind 17 globale Ziele für nachhaltige Entwicklung, vereinbart von den UN-Mitgliedsstaaten in der Agenda 2030. Sie decken Themen wie Armutsbekämpfung, Ernährungssicherheit, Gesundheit, Bildung, Geschlechtergleichheit, sauberes Wasser, erneuerbare Energie, nachhaltiges Wirtschaftswachstum, Infrastruktur, Klimaschutz und den Schutz der Ozeane und der Biodiversität ab.

7 - Bezahlbare und saubere Energie
9 - Industrie, Innovation und Infrastruktur
13 - Massnahmen zum Klimaschutz

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