Wegen der tiefen Temperaturen waren auf der Elbe in Hamburg in den vergangenen Tagen dicke Eisschollen zu sehen. Eisbrecher hielten die Fahrrinne frei. Auch auf vielen Seen in der Schweiz bildete sich Eis. Eine so hartnäckige winterliche Wetterlage hat Mitteleuropa schon länger nicht mehr erlebt.
Die Ursache für das frostige Wetter ist der hohe Luftdruck über dem Nordosten des Kontinents. Dieser blockiert die Tiefdruckgebiete, die vom Atlantik Richtung Europa ziehen. Sie werden abgebremst und lösen sich auf oder werden nach Süden abgedrängt. Auch deswegen toben in diesem Monat vermehrt Unwetter im Mittelmeerraum, während es weiter nördlich trocken bleibt.
Anfang der Woche erlebte der Osten Siziliens Sturmböen, meterhohe Wellen und heftige Regenfälle, auf dem Ätna fiel Schnee. Starke Regengüsse gab es zudem in anderen Teilen Süditaliens sowie in Südfrankreich. Begünstigt wurden die heftigen Niederschläge nicht nur durch ein Tiefdruckgebiet, sondern auch durch die vergleichsweise hohen Wassertemperaturen im Mittelmeer. Je wärmer das Wasser, desto mehr kann verdunsten und später wieder abregnen.
Russland nutzt die Kälte in der Ukraine aus
In Mittel- und Osteuropa blieb es hingegen sehr trocken und eisig. Denn bei hohem Luftdruck über Nordosteuropa kann kontinentale Kaltluft immer wieder westwärts nach Europa vordringen. Das ist zwar auch in Deutschland oder in der Schweiz zu spüren, aber viel stärker sind nordische und osteuropäische Länder betroffen, zum Beispiel die Ukraine. Dort lagen die Temperaturen in den vergangenen Tagen oft unter minus zehn Grad Celsius, teilweise unter minus fünfzehn Grad.
Die anhaltende Kälte ist einer der Gründe, weshalb Russland seine Angriffe auf die Energieinfrastruktur der Ukraine intensiviert hat. Gerade in diesen eisigen Tagen sind die Menschen besonders stark auf funktionierende Heizungen und elektrischen Strom angewiesen. Mit Drohnen und Raketen unterbrach Russland die Versorgung aber immer wieder.