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Nathalie Agosti in hellem Blazer, lächelnd vor weisser Wand; steht für soziale Nachhaltigkeit und mentale Gesundheit als Führungsaufgabe in Unternehmen.
Nathalie Agosti in hellem Blazer, lächelnd vor weisser Wand; steht für soziale Nachhaltigkeit und mentale Gesundheit als Führungsaufgabe in Unternehmen.

Nathalie Agosti, Gründerin von Outlive, treibt in Unternehmen einen Kulturwandel voran. Bild: PD

Sustainable Shapers Knowledge & Opinion

Nathalie Agosti – Die Unternehmerin rückt mentale Gesundheit in die Chefetage

Mit Outlive steht Agosti für Nachhaltigkeit, die den Menschen ins Zentrum stellt – und zeigt, dass soziale Verantwortung und wirtschaftlicher Erfolg zusammengehören.

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Nathalie Agosti – Die Unternehmerin rückt mentale Gesundheit in die Chefetage

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Nathalie Agosti denkt Nachhaltigkeit als Führungsaufgabe. Die Gründerin und Geschäftsführerin von Outlive hat sich einem Ziel verschrieben: Nachhaltigkeit als Motor für unternehmerische und gesellschaftliche Entwicklung zu verankern und sie vom Pflichtprogramm zum Geschäftsvorteil zu machen.

Nach über 15 Jahren in internationalen Führungsrollen gründete sie Outlive, um Organisationen zu nachhaltigem Erfolg zu begleiten. Ihre Überzeugung: Nachhaltigkeit werde wirksam, wenn ökologische, ökonomische und soziale Ziele zusammengedacht würden; wirtschaftlicher Erfolg bedeute nicht kurzfristiges Wachstum, sondern die Fähigkeit, Zukunftsfähigkeit zu gestalten: «Unternehmerin zu sein heisst auch, Verantwortung zu übernehmen, Chancen zu erkennen und Werte konsequent zu leben», sagt Agosti.

«Systeme sind von Menschen gemacht und können verändert werden.»

Nathalie Agosti

Akademisch ist Agosti breit abgestützt. Stationen an der Universität St. Gallen sowie Weiterbildungen in Harvard und Oxford haben ihren analytischen Blick geschärft. Ihr Kompass bleibt schlicht: Relevanz vor Ritual. Wer CO₂ senken will, setzt Prioritäten; wer soziale Nachhaltigkeit will, schafft Transparenz in der Lieferketten, fördert faire Zusammenarbeit und verlässliche Kommunikation. Agosti setzt dabei auf machbare, konsequente Schritte – transparent, überprüfbar und nah am Alltag der Teams.

Sichtbar wurde dieser Ansatz 2025 mit der Kampagne «The Cost of Silence»: Elf Schweizer CEOs sprechen offen über psychische Belastungen am Arbeitsplatz – ein Tabu, das die Wirtschaft jährlich 17,3 Milliarden Franken kostet. Für Agosti ist mentale Gesundheit Teil der Businessstrategie. «Früher hatte ich grossen Respekt vor bestehenden Strukturen», sagt sie. «Heute weiss ich: Systeme sind von Menschen gemacht und können verändert werden.» Hinterfragen bedeute für sie nicht Unsicherheit, sondern Neugier und den Willen, Dinge zu gestalten. In ihrer Unternehmenskultur werden Leistung und Fürsorge zusammen gedacht. «Was immer schon war, muss nicht so bleiben. Nur wenn wir Bestehendes infrage stellen und Neues anregen, bewegen wir wirklich etwas und befähigen andere, daran mitzuwirken.»

Nathalie Agosti (rechts) mit Claire Garwacki und dem Filmemacher Philippe Weibel, mit denen sie das Projekt «Switzerland fit for the future» vorantreibt. Bild: PD

Mit Outlive entwickelt sie für Unternehmen und Organisationen Strategien, die Nachhaltigkeit geschäftsrelevant und messbar machen und in Produkte, Prozesse und Kommunikation übersetzen. Zusätzlich engagiert sie sich in unabhängigen Projekten – etwa bei «Switzerland fit for the future» mit Claire Garwacki und dem Filmemacher Philippe Weibel. Die Initiative prüft den Status quo, vernetzt Wirtschaft und Gesellschaft und fördert den Dialog zur Zukunftsfähigkeit. «Der verantwortungsvolle Umgang mit Ressourcen bleibt zentral», so Agosti. «Auch in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit, gesellschaftlicher Polarisierung und technologischen Wandels müssen soziale Themen wieder stärker auf den Tisch.»

Die Auszeichnung als «Sustainable Shaper 2025» ist für Agosti eine Ermutigung, diesen Weg fortzusetzen: «Langfristig sehe ich die Schweiz als Land, das wirtschaftlicher Stärke und gesellschaftlicher Verantwortung vereint – so wird sie wirklich fit für die Zukunft.»

Dieser Artikel behandelt folgende SDGs

Die Sustainable Development Goals (SDGs) sind 17 globale Ziele für nachhaltige Entwicklung, vereinbart von den UN-Mitgliedsstaaten in der Agenda 2030. Sie decken Themen wie Armutsbekämpfung, Ernährungssicherheit, Gesundheit, Bildung, Geschlechtergleichheit, sauberes Wasser, erneuerbare Energie, nachhaltiges Wirtschaftswachstum, Infrastruktur, Klimaschutz und den Schutz der Ozeane und der Biodiversität ab.

3 - Gesundheit und Wohlergehen
8 - Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum
12 - Verantwortungvoller Konsum und Produktion

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