Science-Fiction-Autoren haben sich mit futuristischen Verkehrsmitteln oft überboten. Die Realität ist nüchterner. Selbst das modernste Elektroauto besteht im Kern aus denselben Bauteilen – Kabine, schwere Batterie, vier Räder – wie der «Tilbury», ein Elektroauto, das Charles Jeantaud 1881 entwickelte. Und Hoverboards wie in «Back to the Future» oder fliegende Autos im Stil der «Jetsons» sind vorerst Wunschbilder – auch wenn Flugtaxis ein erster, wenngleich lauter Schritt in diese Richtung sein könnten.
Ganz ohne neue Konzepte ist die Branche dennoch nicht geblieben. Ein Beispiel ist Swissmetro: In den 1980er Jahren entstand an der EPFL die Idee eines unterirdischen Zugs, der in Tunneln mit sehr niedrigem Luftdruck fährt. Das Projekt wurde sistiert – doch der Grundgedanke lebt im «Hyperloop» weiter, an dem mehrere Firmen arbeiten. Swisspod etwa baute einen Prototyp, der bei Tests in Colorado Geschwindigkeiten von über 100 km/h erreichte. Zudem prüfen Ingenieure Hyperloop-Varianten für den Gütertransport: einfacher, langsamer, aber weiterhin in Röhren unter der Erde.
Auch die Schifffahrt braucht rasch saubere Technik. Der Seegüterverkehr verursacht rund 3 Prozent der menschengemachten CO₂-Emissionen und 18 Prozent der Stickoxid-Emissionen – Stickoxide sind für die Ozonschicht besonders schädlich. Erste Firmen entwickeln Hochseefrachter mit grossen «Segeln», also starren Flügeln, die den Treibstoffbedarf deutlich senken können. Für den Personenverkehr konstruierte Alain Thébault – bekannt als Entwickler der «Hydroptère», die mit EPFL-F&E-Unterstützung entstand – ein elektrisches Shuttleboot auf Tragflächen. Zwar wurde seine Firma jüngst geschlossen, doch andere Unternehmer treiben das Konzept schneller, emissionsarmer Segler weiter.
In der Luftfahrt sind die Fortschritte ebenfalls eher inkrementell: autonome «Riesendrohnen» als Flugtaxis, Verbundwerkstoffe für ultraleichte Tragflächen, Tests mit Stratosphären- oder Hyperschallflug, elektrische Flugzeuge – und ein Comeback der Luftschiffe, etwa mit dem französischen Projekt «Flying Whales».
All das zeigt, wie selten wirklich disruptive Technik im Verkehr ist. Absehbar bleibt es bei Träumen – von fliegenden Autos und Bussen, wie sie Jean-Marc Côté 1899 in seinen Illustrationen «Im Jahr 2000» so elegant zeichnete.