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Starthilfe für die grüne Buchhaltung

Auf dem Weg zur klimaneutralen Weltwirtschaft, die wir bis 2050 erreichen wollen, gilt für Unternehmen dasselbe wie für Regierungen: Ohne Kooperation sind keine nennenswerten Fortschritte möglich. Foto: PD

Wirtschaft Partner Inhalt: Boston Consulting Group (BCG)

Starthilfe für die grüne Buchhaltung

Wer seinen CO2-Fussabdruck konsequent messen will, muss die Emissionen der gesamten Wertschöpfungskette berücksichtigen. Eine neue KI-basierte Plattform unterstützt Unternehmen dabei.

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Was nicht gemessen wird, lässt sich nur schwer optimieren. Wer seine Treibhausgasemissionen reduzieren will, muss diese zuerst einmal erfassen. Das ist allerdings gar nicht so einfach – insbesondere, wenn es sich um die indirekten Emissionen handelt, die entlang der Wertschöpfungskette entstehen.

Klimaschädliche Emissionen werden vom internationalen Treibhausgasprotokoll in drei Kategorien oder «Scopes» unterteilt. Die indirekten Emissionen (Scope 3) bilden zusammen mit den direkten Emissionen (Scope 1) und den Emissionen aus eingekaufter Energie (Scope 2) den gesamten ökologischen Fussabdruck eines Unternehmens ab.

90 Prozent sind indirekte Emissionen

Das Problem: Indirekte Emissionen (Scope 3) belasten die Ökobilanz eines Unternehmens 11,4-mal stärker als die direkten. Das zeigt der Global Supply Chain Report, den das Carbon Disclosure Project (CDP) in Zusammenarbeit mit der Boston Consulting Group (BCG) erstellt hat. Entsprechend sind Scope-3-Emissionen für bis zu 90 Prozent der Gesamtemissionen einer Organisation verantwortlich.

Indirekte Emissionen umfassen beispielsweise den CO2-Ausstoss von Transportfirmen, mit denen ein Unternehmen zusammenarbeitet, den Wasserverbrauch seiner Rohstoff- und Warenlieferanten, oder den Abfall, der bei der Entsorgung der eigenen Produkte entsteht. Scope-3-Emissionen stammen somit aus Quellen, die ein Unternehmen nicht im Alleingang beeinflussen kann.

Kaum Daten auf Produktebene vorhanden

Auf dem Weg zur klimaneutralen Weltwirtschaft, die wir bis 2050 erreichen wollen, gilt für Unternehmen dasselbe wie für Regierungen: Ohne Kooperation sind keine nennenswerten Fortschritte möglich. Dies beginnt bereits bei der aufwändigen Datenerfassung, wo eine enge Zusammenarbeit mit allen Akteuren aus einer Wertschöpfungskette erforderlich ist. Die Non-Profit-Organisation CDP hat dies bereits früh erkannt. Im Jahr 2000 in London gegründet, führt sie heute die weltweit grösste Datenbank mit Umweltdaten aus dem privaten und öffentlichen Sektor. Im Jahr 2021 legten mehr als 11'000 Unternehmen freiwillig ihre Daten offen – darunter nebst Zahlen zu CO2-Emissionen auch Angaben zur Wasser- und Waldnutzung.

Bis jetzt engagieren sich allerdings erst 38 Prozent der CDP-Mitglieder gemeinsam mit ihren Zulieferern für den Klimaschutz – und nur 2 Prozent der Lieferanten stellen die gewünschten Emissionsdaten zum Lebenszyklus von Produkten zur Verfügung. Mit anderen Worten: Der private Sektor hat die CO2-Reduktion im Scope 3 noch kaum in Angriff genommen. Angesichts der Herausforderungen bei der Messung der indirekten Emissionen erstaunt dies nicht.

Künstliche Intelligenz bietet Unterstützung

Die BCG ist überzeugt, dass Künstliche Intelligenz (KI) einen Beitrag zur Lösung dieses Problems leisten kann. Die vom Beratungsunternehmen entwickelte Software CO2 AI macht sich KI für die Erfassung, Aufbereitung und Analyse von Emissionsdaten zunutze.

Nun geht die BCG einen Schritt weiter und hat sich mit Blick auf Scope-3-Daten in einer Partnerschaft mit CDP zusammengeschlossen. Gemeinsam haben die Partner das CO2 AI Product Ecosystem entwickelt. Die innovative Lösung erlaubt es Unternehmen, die Scope-3-Emissionen auf Produktebene genau zu messen und gemeinsam mit Lieferanten und Kunden CO2-Reduktionsmassnahmen umzusetzen.

Transparenz im ganzen Ökosystem schaffen

Die Plattform unterstützt Unternehmen dabei, ihre «grüne Buchhaltung» rasch voranzubringen – oder überhaupt erst damit zu beginnen. «Unternehmen müssen stärker mit ihren Lieferanten kooperieren, um gemeinsam Emissionen zu senken», betont CDP-CEO Paul Simpson. «Unsere KI-basierte Lösung beschleunigt diesen Austausch. So können wir Erkenntnisse schneller in Massnahmen umsetzen.»

Die Transparenz über die Gesamtemissionen von Produkten ist heute noch in kaum einem Ökosystem gegeben. Doch erst eine solide Datenbasis ermöglicht die gezielte Reduktion der CO2-Emissionen in den gesamten Wertschöpfungsketten einer Branche. Die neue Plattform von BCG und CDP ist ein Werkzeug, um dieses Ziel schneller zu erreichen.

Zur Autorin

Charlotte Degot ist Managing Director & Partner bei BCG und BCG Gamma und globaler Lead für CO2 AI. Mehr über Charlotte Degot auf Linkedin

Weitere Informationen zur Plattform CO2 AI Product Ecosystem

Deklaration: Dieser Inhalt wurde vom Sustainable Switzerland Editorial Team im Auftrag von BCG erstellt.

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